Für eine erfolgreiche Keimung und Bewurzelung spielt die Temperatur eine entscheidende Rolle.
Die Bedingungen sollten je nach Pflanzenart angepasst werden, es gibt jedoch allgemeine Richtwerte:
Keimung:
Die meisten Pflanzen keimen am besten bei Temperaturen zwischen 20 °C und 25 °C.
Wird es deutlich kühler, verlangsamt sich der Keimprozess oder bleibt ganz aus.
Bewurzelung von Stecklingen:
Für eine schnelle und gesunde Wurzelbildung liegt die ideale Temperatur im Substrat bei etwa 22 °C bis 26 °C.
Auch hier sind gleichmäßige Bedingungen wichtig – Temperaturschwankungen behindern den Prozess.
Vorteile der richtigen Temperatur:
Fördert die Zellteilung und -streckung
Verbessert die Wasser- und Nährstoffaufnahme
Verringert das Risiko von Schimmel und Fäulnis
Ein Gewächshaus mit Heizmatte, die an einen Kontroller angeschlossen ist kann dabei helfen, die optimale Temperatur konstant zu halten.
Um Enttäuschungen zu vermeiden haben wir dir hier viele Tipps zum sicheren Keimen mit gegeben.
Da Samen ein Naturprodukt sind wird es immer passieren, dass Samen nicht keimen oder kurz nach der Keimung absterben. Das ist völlig normal und mit großem Pech erwischt es vielleicht deinen ganzen Einkauf.
Dennoch sind wir immer dankbar über Rückmeldungen, um Qualitätsschwankungen bei Samenbanken oder einzelnen Sorten zu identifizieren und aus dem Sortiment zu nehmen.
Wenn Du aber alle nachfolgenden Regeln beachtest, wirst du dich über eine sehr hohe Keimrate freuen.
Habe Geduld
Im Durchschnitt sollte es 4–10 Tage dauern, bis ein Samen keimt. Alles in diesem Bereich ist normal und völlig gesund. Manchmal kann das Keimen schneller erfolgen, während bestimmte Samen (insbesondere ältere) sich länger Zeit lassen können, was bei einigen sogar über 20 Tage dauern kann.
Richtige Feuchtigkeit
Samen benötigen feuchte (aber keine nasse) Erde und eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 70–90%, um richtig keimen zu können. Die Luftfeuchtigkeit kannst Du leicht in einem geschlossenen Gefäß, z.B. ein Zimmergewächshaus herstellen. Offen auf der Heizung ist kein guter Platz zum Keimen.
Richtige Temperatur
Zum Keimen mögen Samen warme Temperaturen, wobei etwa 20–22°C ideal sind. Die Temperatur wird nicht geschätzt, sondern gemessen!
Die richtige Erde
Das Substrat darf nicht zu viele mineralische Nährstoffe haben. Die jungen Wurzeln verbrennen sonst.
Es darf weder zu luftig noch zu fest sein. Kokos als Beispiel ist schnell zu luftig und trocknet zu schnell aus. Schwere Lehmerde ist nicht luftig genug und die Wurzeln können sich nicht entwickeln. Eine Anzuchterde, ein Lightmix, Torf-Jiffys oder Anzuchtplugs sind Pflicht.
Kein Licht an den keimenden Samen
Wenn du ohne Substrat vorkeimst, dann im Dunklen. Die Samen müssen im Wasser schwimmen oder mit Papier vollständig abgedeckt sein. Setze den Samen nicht mit den Fingern, sondern mit einer Pinzette ins Substrat.
Richtige Lichtstärke
Samen benötigen zum Keimen kein Licht. Werden sie übermäßigem UV-Licht ausgesetzt, kann es sein, dass sie Schwierigkeiten beim Keimen haben. Unabhängig davon, wie Du Deine Samen keimen lässt, solltest Du dies also nicht bei starkem, direktem Licht tun.
Nicht mit Händen anfassen
Fasst man Samen mit bloßen Händen an, können zahlreiche Krankheitserreger auf sie übertragen werden, die sie abtöten und ihre Keimung verhindern können. Deshalb empfiehlt es sich, saubere Handschuhe zu tragen oder sich zumindest gründlich die Hände zu waschen, bevor man mit den Samen hantiert. Manche Grower entscheiden sich dazu, die Samen mit einer sterilisierten Pinzette zu handhaben, da man mit dieser ohnehin präziser arbeiten kann.
Richtige Lagerung
Solltest Du Deine Samen falsch gelagert haben, kann auch dies dazu führen, dass sie später nicht mehr keimen. Samen sollten in einer kühlen, dunklen und trockenen Umgebung aufbewahrt werden. Ein Kühlschrank ist oft zu feucht! Werden sie unter zu heißen oder kalten Bedingungen gelagert, könnte dies ihren Tod zur Folge haben.
Sollte trotz Beachtung dieser Tipps eine Mehrzahl der Samen nicht keimen, nimm Kontakt zu uns auf.
Anzucht passend zu Deiner Kultur planen
Hier erfährst Du, worauf es bei der Auswahl in der Kategorie Anzucht ankommt und wie Du die angebotenen Komponenten passend zu Deinem Aufbau einordnest.
Vom Samen oder Steckling zum stabilen Start
In der Kategorie Anzucht findest Du Komponenten für die ersten Kulturphasen: Anzuchtmedien, Gewächshäuser und Hauben, Beleuchtung, Heizlösungen sowie Werkzeuge und Zubehör für Stecklinge. Entscheidend ist zunächst, ob Du mit Samen oder Stecklingen arbeitest. Davon hängen das benötigte Medium, die Größe der Anzuchtplätze und die Anforderungen an Temperatur, Feuchtigkeit und Licht ab. Sets bündeln mehrere Bestandteile, während Einzelkomponenten eine genauere Anpassung an vorhandene Ausstattung ermöglichen.
Medium, Klima und Licht aufeinander abstimmen
Plugs, Würfel, Blöcke und Trays unterscheiden sich in Format, Material und Weiterverwendung. Achte darauf, dass die Anzuchtmedien in Deine Schalen, Halter oder späteren Pflanzgefäße passen. Hauben und kleine Gewächshäuser helfen dabei, ein begrenztes Anzuchtklima zu schaffen; Belüftungsmöglichkeiten erleichtern die schrittweise Anpassung. Bei Heizmatten, Thermostaten und Anzuchtleuchten sind Fläche, Bauform und Kompatibilität wichtiger als pauschale Leistungswerte. Elektrische Geräte solltest Du ausschließlich nach den jeweiligen Herstellerangaben anschließen und betreiben.
Ausstattung sinnvoll kombinieren
Prüfe vor der Auswahl, wie viele Anzuchtplätze Du versorgen möchtest und wie viel Stellfläche verfügbar ist. Trays, Hauben, Matten, Leuchten, Netzteile und Kabel müssen mechanisch und elektrisch zusammenpassen. Für Stecklinge kommen zusätzlich saubere Schneidwerkzeuge, Markierungen, Sprühhilfen und geeignete Bewurzelungsmedien infrage. Plane auch den nächsten Schritt mit: Ein passendes Anzuchtformat erleichtert das Umsetzen in größere Gefäße oder ein Hydro- beziehungsweise Aeroponiksystem. So stellst Du die Kategorie nicht nach Einzelteilen, sondern als zusammenhängenden Arbeitsbereich für Deine Anzucht zusammen.